Vom 18. bis 20. September 2026 stand wieder das alljährliche Schnuppersegeln der Segelsparte auf dem Programm. Die Idee dahinter ist seit Jahren dieselbe: ohne große Wellen auf einem kleinen Meer zwei Tage lang ins Yachtsegeln hineinschnuppern.
Mit dem „Schnuppern“ war es diesmal allerdings erneut so eine Sache. Wie schon in den beiden Vorjahren gingen mit Regina, Thomas, Mimi und Dirk exakt dieselben vier an Bord. Aus der Schnuppercrew ist inzwischen also eher eine kleine Stammcrew geworden.
Auch das Boot war bestens bekannt: Wieder wartete die „Via Cosí“, eine Bavaria 36 Cruiser, in der ULTRAMARIN – die Meichle + Mohr Marina in Kressbronn-Gohren auf uns.
Und besser hätte das Wochenende kaum beginnen können. Die Wettervorhersage versprach Sonne und gute Segelbedingungen, und weil wegen des erwarteten Andrangs eine frühe Bootsübernahme möglich war, standen alle bereits um 15 Uhr pünktlich im Hafen. Damit blieb erstmals genug Zeit, schon am Freitag für rund drei Stunden auszulaufen. Ein gelungener Auftakt bei guten Bedingungen und eine praktische Gelegenheit, sich wieder an Boot und Crew zu gewöhnen.
Am Abend ging es zum Essen in die Blue Marina, anschließend zurück an Bord zum obligatorischen Absacker und zur Törnplanung. Dabei stellte sich wie so oft die entscheidende Frage: Wohin am Samstag? Nicht nur Wind und Wellen mussten passen, sondern auch der Zielhafen – schließlich braucht die Via Cosí mit rund 1,90 Meter Tiefgang etwas Wasser unter dem Kiel. Also wurde die Entscheidung zunächst vertagt: Kurswahl beim Auslaufen, wenn man wusste, was der See tatsächlich hergab.
Kurs Schweiz
Am Samstagmorgen weckte uns strahlender Sonnenschein. Nach einem entspannten Frühstück mit frischen Brötchen aus dem Marina-Kiosk wurde klar Schiff gemacht.
In der Marina herrschte bereits reger Betrieb, doch wir schafften es noch rechtzeitig hinaus, bevor sämtliche Charteryachten gleichzeitig Kurs auf den Bodensee nahmen.
Zunächst ging es mit dem vorherrschenden Wind ein Stück Richtung Westen. Auf Höhe von Schloss Montfort wurde gewendet – und danach zeigte der Bug ziemlich direkt Richtung Schweiz. Nach kurzer Diskussion fiel die Wahl auf Romanshorn: Entfernung, Wind und vor allem die gemeldete Hafentiefe schienen zu passen.
Bei mäßigem Wind und ohne besondere Zwischenfälle erreichten wir bereits gegen 16 Uhr den Yachthafen im Fährhafen von Romanshorn. Die Suche nach einem geeigneten Liegeplatz geriet dann allerdings spannender als der eigentliche Törn. Mehrere Versuche in verschiedene Richtungen, einmal wurde es unter dem Kiel schon verdächtig knapp – bis uns ein Bootseigner zurief, dass der vermeintlich belegte Platz neben ihm tatsächlich frei und zudem ausreichend tief sei.
Also hinein in die Lücke – Anlegemanöver geglückt.
Nach der Anmeldung beim Hafenmeister und einer kurzen Einweisung in die örtlichen Gegebenheiten ging es zu Fuß in die Stadt. Die Wahl fürs Abendessen fiel auf das Brilla. Wie schon beim Jubiläumsausflug in Überlingen landete die Segelcrew damit wieder beim Italiener. Offenbar entwickelt sich hier eine zweite Tradition.
Badestopp statt Flautenfrust
Am Sonntag hieß es wieder Leinen los. Zunächst segelten wir an der Schweizer Seeseite entlang, bevor wir wendeten und Kurs auf Kressbronn nahmen. Der Wind meinte es gut mit uns, wir kamen flott voran – so flott, dass noch genügend Zeit für einen zusätzlichen Schlag hinaus auf den See blieb.
Und dann: plötzlich nichts mehr.
Mitten auf dem Bodensee stellte der Wind praktisch den Dienst ein. Anstatt darüber zu klagen, wurde kurzerhand umdisponiert: Segel runter, Badeplattform raus und ab ins Wasser. So kam es völlig ungeplant noch zum vermutlich letzten Bodenseebad des Jahres 2026.
Danach ging es entspannt unter Maschine zurück Richtung Kressbronn. Selbst für die weniger glamourösen Pflichten des Yachtlebens blieb noch genug Zeit: Die obligatorische Entleerung des Fäkaltanks wurde erledigt, bevor die Via Cosí gegen 16 Uhr wieder an ihrem Liegeplatz festmachte.
Bis 17 Uhr war das Boot übergeben – sauber, vollständig und ohne neue Grundberührung.
Danach blieb nur noch die entspannte Heimfahrt.
Fazit: Viel Sonne, ausreichend Wind, ein neuer Hafen, ein spontaner Badestopp und eine Crew, die vom „Schnuppern“ mittlerweile ziemlich weit entfernt ist. Genau so darf ein Segelwochenende auf dem Bodensee aussehen.