Segeltörn zu den Liparischen Inseln – Sieben unvergessliche Segeltage zwischen Feuer und Meer

Ende Mai war es endlich soweit: 20 Segelbegeisterte der SFK-BB Segelsparte sowie einige Gäste machten sich auf den Weg zu einem ganz besonderen Segelabenteuer – eine Woche durch die faszinierende Inselwelt der Liparischen Inseln nördlich von Sizilien.

Auf drei nahezu baugleichen Oceanis 46.1 Charteryachten erkundeten die Crews eines der spektakulärsten Segelreviere des Mittelmeers. Dabei war der Törn bewusst anders organisiert als eine klassische Flottille: Jede Yacht segelte ihren eigenen Kurs, mit vereinbarten Treffpunkten, aber genügend Freiheit für individuelle Entscheidungen. Genau diese Mischung aus Gemeinschaft und Unabhängigkeit machte den Reiz der Reise aus.

Tag 1 – Ankommen, einräumen und Vorfreude

Die Crews trafen am Nachmittag – aus Catania und Palermo kommend – in der Marina di Portorosa ein. Nach der Bootsübernahme hieß es zunächst: einräumen, verstauen und vor allem Proviant bunkern.

Da die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort nicht ganz auf kurzem Weg erreichbar waren, kam Martins Fahrzeug zum Einsatz und sorgte dafür, dass auch die letzten Vorräte sicher an Bord gelangten.

Nach dieser logistischen Meisterleistung war die Lust auf Kochen allerdings überschaubar – die drei Crews verteilten sich auf die Restaurants der weitläufigen Marina. Bei sizilianischem Wein und ersten Törngesprächen begann die erste Nacht an Bord.

Tag 2 – Kurs auf Vulcano

Am nächsten Morgen endlich der Moment, auf den alle gewartet hatten:

Leinen los!

Der erste Schlag führte uns zur Vulkaninsel Vulcano. Fast die gesamte Überfahrt begleitete uns ein beeindruckender Wegweiser: der schneebedeckte Gipfel des Ätna auf Sizilien. Bei klarer Sicht ragte Europas höchster aktiver Vulkan majestätisch über das Meer – ein Panorama, das den Auftakt des Törns perfekt machte.

Am Abend machten wir vor Vulcano Porto an einer Mooringboje fest. Mit dem Dinghy ging es an Land, wo die Cantine Stevenson dafür sorgte, dass auch an diesem Abend die Bordküche kalt blieb.

Tag 3 – Vulkan, Panorama und Ankerwache

Der frühe Wecker lohnte sich: Einige Crewmitglieder machten sich auf den Weg zum Kraterrand von Vulcano. Der Aufstieg führte durch Schwefelfelder und erkaltete Lavaformationen und wurde mit einer spektakulären Aussicht über das gesamte Inselarchipel belohnt.

Danach hieß es wieder Segel setzen. Lipari ließen wir zunächst an Backbord liegen – die größte Insel des Archipels sollte später noch auf dem Programm stehen. Unser Ziel war Panarea, die kleinste und wohl eleganteste der Liparischen Inseln.

In einer geschützten Bucht fanden wir einen schönen Ankerplatz. Der Abend wurde gemeinsam an Bord verbracht, und wie es sich für einen richtigen Ankerplatz gehört, wurde auch die Ankerwache organisiert.

Wer gerade Dienst hatte, bekam dafür eine besondere Belohnung: Der Mond spiegelte sich auf dem ruhigen Wasser, und die Inselwelt lag in einer fast unwirklichen Stimmung vor uns.

Tag 4 – Auf zum Stromboli

Der nächste Schlag führte uns zum großen Höhepunkt des Törns: Stromboli.

Auf der Westseite der Insel passierten wir die beeindruckende „Sciara del Fuoco“ – jene gewaltige Lavaflanke, die vom fast 1.000 Meter hohen Gipfel bis hinunter zum Meer reicht. Schon bei Tageslicht war dieser Anblick beeindruckend.

Nach dem Festmachen an einer Mooringboje wurde es gemütlich. Die Bordküche kam wieder zum Einsatz – und hier ein besonderer Dank an Thomas, der mit viel Kreativität aus den vorhandenen Zutaten immer wieder leckere Mahlzeiten zauberte.

Denn schließlich braucht eine gute Crew nicht nur Wind, sondern auch gutes Essen.

Tag 5 – Der magische Moment: Stromboli bei Sonnenaufgang

Diese Nacht war kurz.

Um 3 Uhr klingelten die Wecker, gegen 4 Uhr wurden die Leinen losgeworfen. Unser Ziel: der perfekte Beobachtungspunkt vor der Nordwestseite des Stromboli.

Langsam zeichnete sich der mächtige Vulkankegel gegen den dunklen Himmel ab. Und dann begann das Schauspiel:

Etwa alle 15 Minuten schleuderte der aktive Vulkan glühend rote und orangefarbene Lavafontänen in den Nachthimmel. Das dumpfe Grollen der Eruptionen war über dem Wasser deutlich zu hören.

Gleichzeitig begann der Sonnenaufgang. Der Himmel färbte sich in Rot-, Orange- und Goldtönen, während Feuer, Meer und Licht zu einem einmaligen Naturschauspiel verschmolzen.

Bis etwa 6:30 Uhr genossen wir diesen Moment – ein Erlebnis, das wohl allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern dauerhaft in Erinnerung bleiben wird.

Anschließend ging es weiter nach Salina, der grünsten Insel des Archipels. Der Wind war gut, der lange Schlag schnell geschafft. Die Hafeneinfahrt in Santa Marina Salina verlangte wegen des auflandigen Winds und des begrenzten Platzes noch einmal volle Konzentration. Alle drei Crews meisterten das Anlegemanöver souverän und lagen schließlich gemeinsam im Porto Turistico.

Beim Abendessen trennten sich die Wege wieder etwas: Einige kochten an Bord, andere erkundeten die Restaurants am Hafen. Zum gemeinsamen Eis trafen sich schließlich wieder alle – ganz ohne Ankerwache und mit ruhigem Schlaf.

Tag 6 – Salina entdecken und Lipari erreichen

Der Vormittag gehörte Santa Marina Salina. Kleine Gassen, mediterranes Flair und die entspannte Atmosphäre der Insel machten den Landgang zu einem weiteren Highlight.

Danach ging es weiter nach Lipari, wobei wir mit guten Windbedingungen die Gelegenheit nutzten und einen längeren Segelschlag rund um Salina machten.

Am Abend erreichten wir den Hafen Pignataro Lipari, wo die Crew gemeinsam an Bord kochte und den Tag gemütlich ausklingen ließ.

Tag 7 – Abschied von den Äolischen Inseln

Bevor es zurück nach Sizilien ging, blieb noch Zeit für Lipari-Stadt. Die Altstadt, die Festung und die Aussicht über Hafen und Meer bildeten einen würdigen Abschluss unseres Aufenthalts.

Am Nachmittag hieß es dann endgültig Abschied nehmen. Der Wind ließ keine sinnvolle Segelroute zu, daher ging es unter Maschine zurück nach Portorosa.

Die Entscheidung erwies sich als Glücksgriff: Wir gehörten zu den ersten Charterbooten zurück in der Marina, konnten entspannt tanken und anschließend das „Hafenkino“ beim Einlaufen der später zurückkehrenden Crews genießen.

Beim gemeinsamen Abschlussabend in der Marina wurden die vielen Eindrücke dieser Woche noch einmal ausgetauscht – bevor die letzte, leider kurze Nacht an Bord anbrach.

Fazit: 

Sieben Tage voller Wind, Meer und Vulkanlandschaften liegen hinter uns. Beeindruckende Segeltage, neue Häfen, gemeinsame Erlebnisse und viele gute Gespräche machten diesen Törn zu etwas ganz Besonderem.

Die drei Crews waren unabhängig unterwegs und trotzdem immer wieder verbunden – eine perfekte Mischung aus Freiheit und Gemeinschaft.

Der Sonnenaufgang vor dem aktiven Stromboli war dabei sicher der Moment, der allen besonders in Erinnerung bleiben wird: ein Augenblick, in dem die gewaltige Kraft der Natur unmittelbar spürbar wurde.

Ein herzlicher Dank gilt allen Organisatoren, Skippern und Mitseglern, die diesen außergewöhnlichen Törn möglich gemacht haben.

Und eines ist sicher: Die Liparischen Inseln haben Eindruck hinterlassen – wir kommen gerne wieder.

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